TWO CAN KEEP A SECRET von Karen M. McManus – TACHELES

Diese Rezension enthält SPOILER! Falls du auf der Suche nach einer spoilerfreien Rezension zu diesem Buch bist, schau gerne auf meinem Instagramprofil @ipukewords vorbei. In meinem Storyhighlight „Reviews“ findest du eine Version ohne Spoiler.

Ich habe dieses Buch als Rezensionsexemplar über das Bloggerportal von Randomhouse und @hey_reader erhalten. An dieser Stelle möchte ich mich herzlich für die Zusammenarbeit bedanken!

Inhalt:

Ein Ort, der für Promqueens nicht sicher zu sein scheint, klingt für die wenigsten besonders verlockend. Außer für Ellery, die zwar nicht unbedingt freiwillig dort hin zieht, aber zumindest mit großem Interesse den Geschehnissen rund um das mysteriöse Verschwinden ihrer Tante, und den unaufgeklärten Mord eines Mädchens, verfolgt. Plötzlich tauchen anonyme Drohungen gegen ein paar Mädchen auf, eins verschwindet und Ellery ist nicht mehr nur Beobachterin, sondern steckt selbst inmitten des Chaos.

Leseerlebnis:

Ich hab mich sehr auf dieses Buch gefreut, in der Erwartung, dass die Autorin an ihre Leistung in „One Of Us Is Lying“ anschließt. Und ich wurde nicht enttäuscht. Aber irgendwie doch? Auch dieses Buch hab ich unglaublich gerne gelesen, weil es einfach das ist, was es verspricht: ein bisschen Teeniedrama, ein bisschen Grusel, ein bisschen Rätselraten. Es war wirklich spannend, während des Lesens meine eigenen Theorien aufzustellen und auch hier hat es die Autorin geschafft, dass über lange Zeit wirklich jeder als Täter in Frage kommt. Und dieses Mal habe ich den Täter tatsächlich NICHT erraten!

Enttäuscht war ich jedoch von den vielen Klischees, die in diesem Buch eingebaut waren. Das hat auf mich den Eindruck gemacht, als ob sich die Autorin nicht wirklich die Mühe gemacht hat, auch Nebencharaktere auszuarbeiten und sich etwas einfallen zu lassen. Aber dazu gleich mehr.

Die Perspektivenwechsel zwischen Ellery und Malcolm haben mir gut gefallen, da sich die beiden so ergänzt haben, dass durch den Wechsel keine Lücken im Plot entstanden sind. Ich bin froh, dass es in diesem Buch nur zwei und nicht vier Perspektiven gab, da ich mich so nicht mit Informationen überladen gefühlt habe.

Inhaltliche Bewertung:

Plot

Neben dem Krimi/Thriller-Plot, waren in diesem Buch die vielen Klischees einfach super auffällig. Das hab ich auch in mehreren Rezensionen jetzt schon gelesen und auch einige von euch haben das auf Instagram in den Kommentaren angemerkt. Klar kommt Ezra mit allen super klar und findet auf Anhieb Kontakt – er ist ja der super easygoing gay Charakter im Buch. Natürlich kennt im Dort jeder jedes Detail über die Neuen, die ja aus der Großstadt kommen und deshalb skandalös sein MÜSSEN. Selbstverständlich gibt es an der Highschool eine Mädelsclique a la Mean Girls, mit einer Anführerin, einer sympathischen aber unterdrückten Schönen und einer Loserin, die trotzdem mit den anderen beiden rumhängt. Und NATÜRLICH wollen sie die Neue gleich in ihren Kreis aufnehmen (aber nur, um sie abzuchecken und zu kontrollieren – solche Mädchen haben keine ernsthaften Interessen oder andere Charakterzüge). Als dann auch noch die Szene, in der sich Ellery und Malcolm fast küssen – Flasche fällt zu Boden, beide greifen danach, prickelnde Spannung und dann werden sie unterbrochen – wie die eintausendste Teenie Romcom vor meinen Augen erschienen ist, wars echt vorbei mit meinem Verständnis. Klar, Klischees sind auch ein stilistisches Mittel. Aber wenn die ganze Basisstruktur einer Story nur auf Klischees besteht, dann ödet mich das einfach an.

Gott sei Dank gab es ja da noch den „Hauptplot“, der spannend umgesetzt wurde und zum mitraten und mitfiebern eingeladen hat. Im Vergleich zu One Of Us Is Lying hat sich die Autorin hier auch definitiv in der Brutalität der Geschichte gesteigert. Ich hätte nicht damit gerechnet, dass Brooke wirklich tot ist. Ich war lange auf der Schiene, dass Katrin bestimmt nur ein wenig Drama machen will und mit Brooke vereinbart hat, dass diese sich versteckt hält.

Vieles war wirklich gut verschlüsselt und verdeckt, aber oft hat dann doch ein Hinweis gereicht, um zumindest das Offensichtliche sofort sichtbar zu machen. Als Ellery und Co. die Quittung der Autowerkstatt gefunden haben, war mir sofort klar, dass es sich um die Fahrerflucht bei dem Lehrer handelt. Was ich auch relativ früh vermutet habe, ist, dass damals nicht Sarah sondern Sadie hätte verschwinden/sterben sollen. Die Umstände waren mir also relativ schnell klar, nur konnte ich sie bis zum Schluss nicht mit einer bestimmten Person verbinden. Mein Hauptverdächtiger war lange Vance Puckett, dicht gefolgt von Officer McNulty. Dass es am Schluss Peter war, hat mit allen Infos schon Sinn ergeben. Die Storyline mit der Affäre zwischen ihm und Brooke fand ich allerdings etwas befremdlich, aber eben notwendig, um die fehlenden Punkte zu verknüpfen.

Besonders positiv anmerken möchte ich, dass ich den Plot des Buchs absolut altersgerecht finde. Hier wurde nichts übertrieben, alle haben sich ihrem Alter entsprechend verhalten und damit war für mich das ganze Buch sehr realitätsnah. Außerdem hat mir die kleine Lovestory zwischen Ellery und Malcolm gut gefallen. Ich hatte schon Angst, dass sich da was zwischen Ellery und Ryan entwickelt, was im Endeffekt ja dann sehr seltsam gewesen wäre…

Die Protagonisten

Ellery

Ich mochte Ellery wirklich sehr gerne. Ihre Gedanken waren für mich immer nachvollziehbar und sie hatte eine gut ausgearbeitete Persönlichkeit. Besonders gut gefallen hat mir, dass sie eine so proaktive Person war. Das vermisse ich oft in Büchern, in denen viel um die Protagonisten herum geschieht und diese es einfach über sich ergehen lassen.

Etwas unstimmig war für mich jedoch, dass sie als so aufgeschlossene Person, wie sie es in Echo Ridge war, in der Vergangenheit angeblich das absolute Gegenteil gewesen ist. Sie hat so schnell Freunde gefunden und sich ernsthaft für diese eingesetzt und um sie gesorgt – warum nicht auch in La Puente?

Erfrischend war, dass sie nicht wirklich das kriminelle Superhirn war, wie sie es vielleicht selbst gerne gewesen wäre. Ich hab gerne mit ihr mitgedacht, überlegt und Theorien gesponnen. Aber wenn sie allein am Schluss alles aufgeklärt hätte, hätte mich das vermutlich ziemlich gelangweilt.

Malcolm

Auch Malcolm hat mir wirklich gut gefallen. Was ihn für mich besonders authentisch gemacht hat, waren seine inneren Konflikte. Er war so hin und hergerissen was seinen Bruder betrifft, aber es war immer klar, dass er keine bösen Absichten hat und nichts schlechtes denken will. Ja, er war ab und zu etwas verloren und nicht immer so proaktiv wie Ellery, aber es hat rundum einfach zu ihm gepasst.

Andere Charaktere

Da für mich die meisten anderen Charaktere so wenig ausgearbeitet waren, fasse ich das alles jetzt mal unter einem Punkt zusammen. Katrin war Katrin, sie hatte einen Zweck in der Story und hat ihn erfüllt. Mehr steckte nicht hinter ihrer Person (leider). Brooke hätte für mich wirklich Potenzial gehabt, aber das hat sich ja dann leider schnell erledigt. Ezra war lediglich dadurch definiert, dass er schwul war. Mehr habe ich über ihn nicht wirklich erfahren, was ich sehr schade fand. Declan war mir äußerst sympathisch und ich hätte gerne mehr von ihm oder eben über ihn und das, was er durchgemacht hat erfahren, aber dafür kam er viel zu selten aktiv vor.

Mia ist ein etwas anderer Fall. Sie war zunächst recht präsent und auch interessant, bis sie dann ab der Hälfte, sobald es ernst wurde, irgendwie als aktiv Handelnde Person von der Bildfläche verschwunden ist und erst im letzten Abschnitt auf der Gartenparty wieder aufgetaucht ist. Ähnlich wie Katrin hatte sie lediglich die Funktion, die Story mit Daisy und Declan aufzuklären und danach wurde sie irgendwie irrelevant. Sehr schade, da ich denke auch Mia hätte etwas zu sagen gehabt. Aber gut. Irgendwie waren es durch diese Klischees auch sooooo viele Nebencharaktere, dass jetzt auch nicht jeder super präsent und detailliert dargestellt werden muss.

Mein Liebling unter den Nebencharakteren war definitiv Ryan. Was ein knuffiges Kerlchen. Er war gut in die Story eingearbeitet – durch seinen ersten Auftritt als er die Tasse fallen ließ, über Ellerys falschen Verdacht, bis hin zu seiner Rolle als Ermittler und vor allem großer Bruder.

Weitere Gedanken:

Das war mal wieder ein Buch, das einfach nur gelesen werden wollte. Es hat keine tieferen Gedanken in mir geweckt, keine verschleierten Konflikte angesprochen. Damit war es für mich deutlich weniger kontrovers als One Of Us Is Lying (In meiner Review dazu könnt ihr nachlesen, welche Gedanken mir dazu gekommen sind und wie ich zur Thematik Amoklauf/Selbstmord in dieser Umsetzung stehe).

Lediglich der heftige Gebrauch von Klischees hat mich hier doch mehr beschäftigt. Klar, kein Autor kann das Rad neu erfinden. Aber ein bisschen kommt es dabei ja auch auf die Umsetzung an. Hier würde mich interessieren, wie ihr generell zu dem Thema steht – also nicht nur im Bezug auf Two Can Keep A Secret. Mögt ihr Klischees oder nerven sie euch relativ schnell? Findet ihr sie beispielsweise in Filmen weniger störend als in Büchern? Lasst es mich gerne wissen.

Abschließende Bewertung:

Two Can Keep A Secret von Karen M. McManus erhält von mir vier Sterne!


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