Vier englische Bücher für Einsteiger

Schon seit ich denken kann, hat mich die englische Sprache fasziniert. Viele meiner Verwandten leben im englischsprachigen Ausland und nicht alle von ihnen sprechen Deutsch. Deshalb war Englisch auch eine der Sprachen, die regelmäßig auf Familientreffen gesprochen wurde. Ich weiß noch, dass ich mich immer total darüber geärgert habe, dass ich nicht verstehen konnte, was die anderen sagen. Umso ambitionierter war ich dann in der Schule beim Englischunterricht. Ich hab die Sprüche und Gedichte regelrecht aufgesogen wie ein Schwamm, um sie dann vor den Verwandten ganz stolz zu präsentieren.

Aber viel mehr als im Englischunterricht, habe ich die Sprache durch meine Freizeitbeschäftigungen gelernt. Ich hab mir schon früh die Mühe gemacht, Songs zu übersetzen und die Texte richtig zu lernen. Schon bald kam dann auch dazu, dass ich Serien und Filme auf Englisch statt auf Deutsch angesehen habe. Und das Lesen auf Englisch durfte natürlich auch nicht fehlen. Ich hatte ein englisches Märchenbuch und ein Prayer Book, hab Postkarten auf Englisch gesammelt und und und. Aber den ersten Hype habe ich mit den „The Princess Diaries“ Büchern erlebt! Damals gab es schon die Plötzlich Prinzessin Filme und ich kannte die Geschichte, wobei die Bücher natürlich nochmal ganz anders sind. Ich hab die Teile durchgesuchtet, wie man heutzutage Serien auf Netflix schaut. Außer, dass bei mir nach dem vierten Buch in Folge keine Nachfrage kam, ob ich noch lese oder nicht mehr. Ist doch klar, oder? Ich hätte euch die Bücher an dieser Stelle liebend gern gezeigt und kann sie euch trotz fehlendem Foto wärmsten Herzens empfehlen – aber ich muss sie in irgendeiner wahnwitzigen Aktion weggegeben haben. Denn sie sind weder in meiner Wohnung, noch in einer Kiste im Keller bei meiner Mama aufzufinden. Natürlich gehöre ich mittlerweile auch nicht mehr zur Zielgruppe der Bücher und die meisten von euch vermutlich auch nicht mehr. Aber mein Einstieg ins englische Lesen war mit diesen Büchern damals perfekt!

Aber jetzt mal zu den Büchern, die ich für diesen Beitrag ausgewählt habe. Ich finde sie allesamt toll, aber um eine Rezension geht es hier ja auch gar nicht. Natürlich setzen die Bücher ein gewisses Level an Englischkenntnissen voraus, aber wer auf einer deutschen Schule Englisch gelernt hat, sollte dem definitiv gewachsen sein. Also los gehts:

One Of Us Is Lying von Karen M. McManus

„A Geek, a Jock, a Criminal, a Princess, a Murder. Who would you believe?“

(Quelle: Klappentext)

Zu diesem Buch hab ich ja bereits eine ausführlich Rezension veröffentlicht. Es ist ein Jugendbuch, das wirklich altersgerecht ist und eine spannende Geschichte erzählt. Entsprechend ist auch die Sprache im Buch – hier kommen keine Fachbegriffe vor, die Ausdrucksweise der Charaktere ist einfach und deshalb auch für Fremdsprachler gut verständlich und es ist ein kurzweiliges Buch. Daher kann ich mir vorstellen, dass Einsteiger sich davon nicht gleich überfordert fühlen und die Spannung dabei hilft, darüber hinweg zu kommen, jedes einzelne Wort verstehen zu wollen, falls das mal nicht klappt.

Sweet Thing von Renée Carlino

Mia Kelly thinks she has it all figured out. She’s an Ivy League graduate, a classically trained pianist, and the beloved daughter of a sensible mother and offbeat father. Yet Mia has been stalling since graduation, torn between putting her business degree to use and exploring music, her true love. 

When her father unexpectedly dies, she decides to pick up the threads of his life while she figures out her own. Uprooting herself from Ann Arbor to New York City, Mia takes over her father’s café, a treasured neighbor­hood institution that plays host to undiscovered musicians and artists. She’s denied herself the thrilling and unpredictable life of a musician, but a chance encounter with Will, a sweet, gorgeous, and charming guitar­ist, offers her a glimpse of what could be. When Will becomes her friend and then her roommate, she does everything in her power to suppress her passions—for him, for music—but her father’s legacy slowly opens her heart to the possibility of something more.

(Quelle: Klappentext)

Freunde des New Adult Genres werden dieses Buch lieben. Auch hier ist die Sprache so alltäglich und verständlich, dass es auch für Einsteiger super geeignet ist. Carlino hat eine wundervolle Erzählweise, weswegen ich mir vorgenommen habe, alle ihrer Bücher auf Englisch zu lesen. Sie wählt manche Formulierungen und Worte so treffend, dass ich daran zweifle, dass das auf Deutsch auch nur annähernd so gut klingen kann. Sprachlich gesehen ist dieses Buch also definitiv ein Highlight und allein deshalb schon zu empfehlen, wenn man sich mal an eine andere Sprache wagen will.

Eleanor Oliphant is completely fine von Gail Honeyman

„Eleanor Oliphant leads a simple life. She wears the same clothes to work every day, eats the same meal deal for lunch every day and buys the same two bottles of vodka to drink every weekend. 

Eleanor Oliphant is happy. Nothing is missing from her carefully timetabled life. Except, sometimes, everything.“ 

(Quelle: Klappentext)

Die Autorin des Buches ist Britin, was sich selbstverständlich auch in ihrem Schreibstil niederschlägt. Hier findet sich zwar das ein oder andere Slangwort, aber ich denke, das trägt nur dazu bei, dass man der Sprache noch näher kommt. Britischer Humor lässt sich schlichtweg nicht übersetzen, daran würde er verloren gehen. Deshalb empfehle ich dieses Buch für Leute, die vielleicht wenig auf Englisch lesen, aber dennoch schon recht sicher in der Sprache sind und den ein oder anderen Ausdruck, den man so vielleicht nicht in der Schule gelernt hat, kennen.

Handle With Care von Jodi Picoult

„Five years ago, Charlotte O’Keefe had everything she could want: a loving husband, a wonderful daughter and another child on the way. 

But when Willow was born with brittle bone disease, this perfect life shattered before her eyes. Now, as the years have gone by and the costs to care for Willow have mounted up, the family has begun to falter under the pressure of caring for their sick child. 

In Charlotte’s eyes, only one person could have stopped this from happening: Piper, her obstetrician and best friend, who didn’t advise Charlotte that she might want to terminate the pregnancy. Now, as she stands in court, she must defend the unthinkable.

That she would have chosen for her daughter to not be born.“

(Quelle: Klappentext)

Dieses Buch habe ich in der neunten Klasse für ein Referat gelesen. Ich weiß noch, dass ich damals einige Worte nachschlagen musste, weil hier auch ein paar medizinische und juristische Begriffe fallen, die zum Verständnis der Geschichte relevant sind. Das sind aber wenns hochkommt nicht mehr als 20 Fachbegriffe und wenn man die einmal nachgeschlagen hat, dann kommt man gut klar. Die Geschichte ist unglaublich ergreifend, wie so gut wie jedes Buch von Jodi Picoult. Die ein oder anderen kennen sie vielleicht als die Autorin von „My Sister’s Keeper“ (Beim Leben meiner Schwester). Ihr wisst also, was euch emotional erwartet. Um dieses Buch zu lesen, solltet ihr mindestens in der Oberstufe sein oder einfach schon ein sehr wortgewandtes Verständnis der englischen Sprache haben. Picoult schreibt Bücher für Erwachsene, weshalb auch der Sprachstil etwas gehobener ist.

Falls ihr euch aber im Grunde immer noch fragt, warum ihr auf Englisch lesen solltet, nenne ich euch gerne mal ein paar Gründe dafür warum ich es tue. Abgesehen davon, dass ich die Sprache einfach sehr gerne mag.

  1. Wenn es sich um einen Englischen Autor handelt, bekomme ich nur so seinen „wahren“ Schreibstil mit. Die Übersetzungen sind zwar oft genauso gut, aber dennoch geht dabei immer ein bisschen Persönlichkeit verloren. Und am Besten ist eine Geschichte ja eigentlich immer noch dann, wenn der Autor sie dir mit seinen eigenen Worten erzählt.
  2. Auf Englisch zu lesen hilft dabei, das Gefühl für die Sprache nicht zu verlieren. Während der Schulzeit schlägt man sich wöchentlich damit herum, je nach Ausbildung oder Studiengang vielleicht auch, aber irgendwann verschwindet die Sprache möglicherweise aus dem Alltag. Ich hatte als zweite Fremdsprache in der Schule Russisch und habe meine Sprachkenntnisse leider nach der Schule nicht weiter gepflegt. Und so ist von 12 Jahren Russischunterricht heute nahezu nichts mehr übrig. Vielleicht sollte ich demnächst mal zu ein paar russischen Büchern greifen… 😉
  3. Das klingt vielleicht ein wenig komisch, aber ich finde, auf Englisch hört sich alles einfach deutlich weniger kitschig an. Das ist natürlich ein sehr persönliches Empfinden und muss auf andere jetzt gar nicht zutreffen. Aber ich selbst merke oft, wie ich mich auf Englisch „emotionaler“ ausdrücken kann, ohne mich dabei komisch zu fühlen. Wohingegen die Wortbedeutung auf Deutsch oft gleich viel größer scheint oder einfach ausgelutscht und kitschig wirkt. Aber gut, maybe that’s just me.

Ich freue mich, wenn ihr durch diesen Beitrag zu einem englischen Buch gegriffen habt und möchte natürlich wissen, wie es euch gefallen hat! Erzählt mir auch sonst gerne von euren Erfahrungen mit englischen Büchern, warum ihr sie lest und welche ihr eventuell noch für Anfänger empfehlen könnt!


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