LITERARY JANUAR – Gelesen, gehört, gesehen.

Er ist geschafft! Dieser endlos lange Monat am Anfang des Jahres. Ich sag seinen Namen jetzt lieber nicht, sonst hört er mich vielleicht und kommt zurück. Sicher ist sicher.

Was auch sicher ist, ist die Tatsache, dass ich ein absolut lächerliches Zeitmanagement besitze. Es macht auch keinen Unterschied, ob man mich früh über wichtige Termine oder Deadlines informiert oder nicht. Denn das Talent, das mir im Zeitmanagement fehlt, ist voll und ganz im Bereich der Prokrastination gelandet. Das kann ich so richtig gut.

Warum erzähle ich euch das? Im Grunde ist es einfach der Versuch einer Überleitung, keiner Entschuldigung, hin zu der etwas mauen Auswahl an Büchern, Hörbüchern, Filmen und Serien die ich im Januar konsumiert habe und euch in diesem Beitrag vorstellen möchte. Etwas Besonderes hat die Sache trotzdem, denn bisher gab es in den Lesemonaten – wie das Wort es auch schon sagt – nur Bücher und Hörbücher. Aber da ich Serien und Filme genauso sehr liebe wie Literatur, möchte ich das nicht außer Acht lassen.

G E L E S E N

Faker von Sarah Smith

Falls ihr euch gerade fragt, warum euch der Titel bekannt vor kommt – ja, dieses Buch befand sich auch im LITERARY DEZEMBER. Allerdings als DNF (did not Finish). Anfang Januar lag ich dann allerdings mit einer heftigen Erkältung flach und hab es dann doch zu Ende gelesen. Und darauf bin ich sehr stolz, denn ich muss leider sagen, dass mir das Buch überhaupt nicht gefallen hat.

Es hatte leider absolut keinen Plot, außer, dass zwei Menschen die offensichtlich aufeinander standen, nicht miteinander in die Kiste konnten, weil einer der beiden frisch operiert ist. Sorry für den Spoiler, aber wenn sich der gesamte Inhalt eines Buches in einem Satz Spoilern lässt… how good can it be?

2/2 Sterne

Ich bin Circe von Madeleine Miller

Ich habe mir für 2020 vorgenommen, mehr Fantasy zu lesen und bin sogleich mit diesem Vorhaben und Circe gestartet. Es war märchenhaft, es war grausam und es war auch ein bisschen frustrierend. Aber alles auf eine gute Art und Weise.

Circe ist die Tochter des Gottes Helios, doch weder der noch sonst einer der Götter in dem Haus, in dem Circe aufwächst, kann sie besonders gut leiden. Sie ist neugierig, sie denkt viel nach, sie ist eigensinnig. Und sie macht einen Fehler, der sie ins Exil auf die Insel Aiaia schickt. Über mehrere hundert Jahre lebt sie dort, lernt alles über die Kräuter der Erde und das Hexen, gibt sich ihren Emotionen hin und erfährt, was ihr selbst am Herzen liegt und wofür sie kämpfen will. Circe ist in vielerlei Hinsicht ein tolles Vorbild, weil sie nicht dem entspricht, was damals als Garant für Ansehen und Macht galt. Und doch hat sie heimlich jeder bewundert oder gar gefürchtet.

4.5/5 Sterne

Modern Love – True Stories of Love, Loss, and Redemption von Daniel Jones

„Modern Love“ ist eine Rubrik in der New York Times, in welcher Essays von Lesern veröffentlicht werden, die etwas aus ihrem Leben teilen. Eine Erfahrung… mit der Liebe, mit Verlust, mit Versöhnung. Und auch wenn es klischeehaft ist, muss ich es an dieser Stelle doch sagen: Das Leben schreibt die besten Geschichten.

Daniel Jones, der die Essays liest, entscheidet welche es in die Rubrik schaffen und sie final bearbeitet, ist für mich ein Zauberer. Seine Auswahl ist wundervoll, einfühlsam und ehrlich. Er macht aus vermeintlich trivialen Momenten im Leben der Menschen wertvolle Anekdoten, die mich beim Lesen oft tief berührt haben. Jeder Essay ist so viel mehr, als nur ein fünfseitiger Bericht über eine Erfahrung. Aber das müsst ihr selbst erleben.

5/5 Sterne

G E H Ö R T

Burning Bridges von Tami Fischer

Wahrscheinlich DAS Buch meiner Bookstagram Timeline. Kurz vor und nach Erscheinung konnte ich es schon fast nicht mehr sehen, weil es einfach überall war. Aber da ich nicht unfair sein wollte, und mir eine Meinung bilden wollte, die tatsächlich auf dem Inhalt des Buches basiert, habe ich mich nun doch entschieden, es mir als Hörbuch anzuhören.

Die Geschichte war süß, keine Frage. Aber es war weder mein Humor, noch fand ich es besonders spannend. Manche Floskeln sind mir besonders oft aufgefallen, was aber auch einfach daran gelegen haben kann, dass ich es gehört und nicht gelesen habe. Einiges schien ein wenig unrealistisch, oder nicht ganz bis zum Schluss durchdacht. Gut gefallen hat mir, dass die Charaktere zwar Ecken und Kanten hatten, aber absolut unproblematisch waren. Ich hab nichts Toxisches entdeckt, das irgendwie romantisiert wurde. Das schafft nicht jedes New Adult Buch.

3/5 Sterne

Hope Again von Mona Kasten

Im vierten Band der Again Reihe geht es um Everly, die sich in ihren Dozenten Nolan verliebt. Eine Dynamik, die ich persönlich immer sehr aufregend finde. Und Mona hat das wirklich gut umgesetzt.

Ich fand es sehr gut, dass die Problematik aus Everlys Vergangenheit schnell offenbart wurde und nicht wie ein großer Schocker irgendwo kurz vor Schluss noch schnell eingebaut wurde. Das hat ihrem Charakter sehr viel Tiefe verliehen, was ich sehr schön fand. Was ich mir an dieser Stelle noch wünschen würde, wäre eine Geschichte, in der die Lösung auf Probleme nicht lautet: I’ll never be this girl again, so I cut my hair and move to a different city and never look back. Es gibt eine ganz wundervolle Hilfestellung, die enttabuisiert werden sollte und auch in solchen Büchern gut platziert werden könnte, um anderen Mut zu machen: THERAPY.

Aber das wars auch schon mit meiner Kritik. Alles andere hat mir wirklich super gefallen. Und an der Stelle möchte ich auch einmal festhalten, wie wundervoll Milena Karas die Hörbücher der Again Reihe spricht. Ich höre ihr so gerne zu, ich wünschte sie würde auch alle anderen Hörbücher sprechen.

4/5 Sterne

G E S E H E N

Sweetbitter (Serie)

In Sweetbitter geht es um eine junge Frau, die allein nach New York zieht und dort einen Job in einem schicken Restaurant ergattert. Und dieser Job öffnet ihr die Tür in endlos viele neue Welten: New Yorks Upper Class wird von ihr bedient, kulinarische Speisen der Extraklasse werden von ihr serviert und ein Haufen exotischer, bunter Kollegen wird zu ihrem neuen Freundeskreis.

Tess bewundert ihre Kollegin für deren Extravaganz, verguckt sich in den rebellischen Jake und betrinkt sich ein wenig zu viel und zu oft mit ihren neuen Freunden in der Home Bar. Und all das vor den Augen dieser atemberaubenden, großen, leuchtenden und schmutzigen Stadt, New York.

Ich mochte die Ehrlichkeit und das Unschöne, das hier nicht zu gering präsentiert wurde. Denn so ging es mir auch oft, als ich etwas neues ausprobiert habe und dabei ein paar mal gescheitert bin. Die Auswahl der Charaktere ist bunt, lebhaft, inspirierend… so wie ich mir New Yorks Menschen auch vorstelle.

5/5 Sterne

The Ranch (Serie)

Im Januar ist Teil 8 der Serie The Ranch auf Netflix erschienen. Und es wird auch der letzte Teil sein, was mich zugegebenermaßen schon ein wenig traurig macht. Es ist keine gängige Comedy Serie, aber sie ist lustig. Es ist keine gängige Drama Serie, aber sie beinhaltet ernste Themen. Es ist keine moderne Serie, die Diversity verkörpert oder veraltete Klischees vermeidet, aber sie spiegelt das Leben auf dem Land in gewisser Weise wieder.

Ich mag den rauen Vibe, die Charaktere, die kein Blatt vor den Mund nehmen und die herrliche Unperfektheit, die dort herrscht. Muss aber auch dazu sagen, dass man all das gut abkönnen muss, um diese Serie zu mögen.

4/5 Sterne

Eat, Pray, Love (Film)

Ich glaube es ist fast unnötig eine Kurzbeschreibung zu verfassen – nahezu jeder weiß, worum es geht. Den erst übernimmt der Titel. Eine Reise hin zu Orten, die einem die Liebe zum Essen lehren, zu Orten, die einen spirituell berühren und zu Orten, an denen man Liebe erfährt. Vor allem Liebe zu sich selbst.

Wer einmal Begleiter auf dieser Reise sein möchte, sollte sich diesen Film ansehen. Mich hat vor allem der Rom Part besonders fasziniert und die Vorfreude auf meine eigene Reise dorthin geweckt.

4/5 Sterne


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