Acht Wege, um dich mit deinen Freunden verbunden zu fühlen, ohne sie zu treffen #stayhome

Wir sind Freiheit so gewohnt. Frei zu sein, sich an öffentlichen Orten aufzuhalten, mit Freunden zu treffen, etwas geboten zu bekommen. Frei zu sein, sich dabei sicher fühlen zu können. Aber vor allem auch frei zu sein, die wirklich großen, wichtigen Entscheidungen nicht treffen zu müssen. Demokratie ist ein angenehmes Konstrukt, weil es uns über eine Richtung entscheiden lässt. Aber die Verantwortung bleibt oft lange aus, denn unsere Unterschrift steht nicht unter jedem neuen Gesetz und jeder Maßnahme. Wir haben die Freiheit, uns davon zu distanzieren, unseren Widerspruch zu äußern und uns in einem gewissen Rahmen auch anders zu verhalten. 

Ja, wir sind es gewohnt frei zu sein und uns darauf zu verlassen, dass jemand anderes den wirklich wichtigen Kram für uns regelt. Dass da eine höhere Instanz ist, die entscheidet wie es laufen muss, die haushaltet, die organisiert und die Zukunft des Landes und der Gesellschaft plant. 

Natürlich läuft dabei nicht immer alles so, wie wir es uns wünschen. Deshalb demonstrieren wir, fordern Veränderung und setzen uns für unsere Überzeugungen ein. Diese Freiheit haben wir auch. Und das ist auch gut so. 

Momentan fühlen sich vermutlich die meisten von uns in ihrer Freiheit eingeschränkt, nichts läuft wie gewohnt. Und diese anderen, die sonst alles zu regeln scheinen, diese höheren Instanzen, sind ganz offensichtlich genauso planlos wie wir.

Stattdessen geben so viele aus „unseren“ Reihen zur Zeit alles und noch mehr dafür, dass wir uns noch immer sicher und versorgt fühlen dürfen. Sie halten das Gesundheitssystem am Laufen, bedienen uns an Verkaufstheken und Supermarkkassen, betreuen die Kinder, Menschen mit Behindern, Kranken und Alten aus unserer Gesellschaft. Sie liefern unsere Post, unser Essen und halten unsere Straßen sauber, holen den Müll ab und passen auf, dass noch Ordnung herrscht.

Und trotzdem ist es für uns alle ein großer und irgendwie auch schwerer Verzicht, nicht dem gewohnten Alltag nachzugehen. Ich wohne seit knapp 1,5 Jahren in meiner Wohnung und hab in der ganzen Zeit bestimmt noch nie so oft am Wohnzimmerfenster gestanden und einfach rausgeguckt, wie in der letzten Woche. Aber dafür weiß ich jetzt, dass dort vormittags so schön die Sonne rein scheint, dass ich mich nur mit meinem Lesesessel davor setzen muss und mir so meine tägliche Dosis Vitamin D abholen kann.

„Social Distancing“, wer davon noch nichts gehört hat, hat vermutlich die clevere Entscheidung getroffen, sich in diesen Tagen von Social Media fernzuhalten. Social (Media) Distancing, quasi. Für alle anderen ist aber klar, dass wir aktuell dazu angehalten sind, unsere sozialen Kontakte einzuschränken. Das heißt aber nicht, dass wir unsere Freundschaften deshalb einschränken müssen.

Im Gegenteil, gerade jetzt ist es wichtig, dass wir unsere Freundschaften pflegen. Dass wir Wege finden, uns nicht voneinander zu entfernen, uns nicht einsam zu fühlen. Es ist wichtig, dass wir die Präsenz unserer Mitmenschen spüren, ohne ihnen körperlich nah zu sein. Klingt schwierig und irgendwie auch langweilig. Wir schreiben doch sowieso ständig mit allen möglichen Leuten auf WhatsApp und verfolgen das Leben anderer auf Instagram. Das kann doch nicht besonders tiefgründig sein und wird erst recht keine Freundschaften so richtig pflegen, oder?

Ich hab mir ein paar Dinge einfallen lassen, die ihr aktuell unternehmen könnt, um euch euren Freunden trotz der Distanz nahe zu fühlen. Das meiste davon sorgt auch für ein wenig Abwechslung und macht das Zuhausebleiben dadurch auch ein wenig spannender.

Lest ein Buch zusammen

Fangen wir doch mal mit dem Offensichtlichsten an, denn das hier ist ja immer noch ein Buchblog. Sucht euch gemeinsam ein Buch aus, lest eine abgemachte Anzahl an Seiten/Kapiteln und unterhaltet euch ausgiebig darüber. Noch nie waren Buddy Reads so sinnvoll wie jetzt!

Macht euch FaceTime und Co. zu Nutze – Schaut gemeinsam Filme oder spielt Spiele miteinander

Etwas Gutes muss dieses Social-Media-Zeitalter doch haben, oder? Ruft euch einfach mit Videofunktion an, quatscht ausgiebig miteinander, schaut gemeinsam einen Film oder eine Serie. Spiele wie Kniffel (auch Yahtzee genannt) lassen sich prima auch über die Entfernung spielen.

Nehmt euch gegenseitig ein Hörbuch auf

Du wolltest deine beste Freundin schon immer mal dazu bewegen, endlich dein Lieblingsbuch zu lesen? Lies es ihr einfach vor! Auch hier kommt wieder die moderne Technik ins Spiel: Einfach Kapitel für Kapitel als Sprachnotiz aufnehmen und an besagte Person schicken. So hört ihr euch vertraute Stimmen und könnt neue Geschichten kennenlernen.

Gebt euch gegenseitig Tageschallenges – natürlich nur mit Beweisfoto!

Hier ist eure Kreativität gefragt. Ein 15-minütiges Home-Workout, den Kleiderschrank aussortieren, mal wieder Fensterputzen. Das nehmen sich vermutlich die Meisten in dieser Zeit vor. Man kann ja nicht viel anderes machen, oder? Spornt euch gegenseitig dazu an und fungiert als Kontrollinstanz für die anderen. Vielleicht fällt euch aber auch was ganz anderes ein – es ist mehr möglich, als man glaubt.

Schreibt euch Briefe

Wieso denn Briefe? Es dauert ewig, bis sie ankommen und man ist doch sowieso ständig per Chat in Kontakt. Genau deshalb! Ein Brief ist viel persönlicher, viel besser durchdacht, als 99% der Nachrichten, die wir täglich von Handy zu Handy verschicken. Erzählt euch mal wieder so richtig was voneinander, lasst alte Erinnerungen wieder aufleben, sagt euch, wie sehr ihr den anderen und eure Freundschaft wertschätzt. Glaubt mir, so ein Brief landet weniger schnell in der Versenkung des Datenmülls als eine WhatsApp Nachricht.

Kocht etwas und esst es dann gemeinsam

Auch hier kommt uns die Technik wieder zugute. Einigt euch auf ein Rezept, kocht es und esst anschließend gemeinsam, während ihr über Videochat miteinander quatscht. Es kann auch mal ganz angenehm sein, sich nicht zu fünft in eine kleine Küche zu quetschen in der sich sowieso alle im Weg stehen und mindestens einer irgendwie doch nichts zu tun hat. Und ihr müsst am Schluss auch nur euer eigenes Geschirr abwaschen. Die Unterhaltungen mit euren Freunden bleiben dabei aber nicht aus.

(Alternativ könnt ihr euch auch gegenseitig ein Überraschungsessen bestellen. Aber nur, wenn ihr wisst, was der anderen Person so schmeckt…)

Geht einem gemeinsamen Hobby nach

Meistens sind wir mit Menschen befreundet, mit denen wir etwas gemeinsam haben. Ihr seid beherzte Musiker? Ihr backt super gerne? Ihr schreibt Gedichte? Macht genau das – und macht es bewusst! Die Dinge machen so viel mehr Spaß, wenn wir sie mit etwas oder jemandem verbinden, wenn sie einen gewissen Sinn machen. Also, macht zusammen getrennt Musik, backt zusammen getrennt einen Kuchen, schreibt Gedichte füreinander oder was auch immer euch verbindet.

Macht gemeinsame Pläne für die Zukunft

Das ist wahrscheinlich der wichtigste Tipp von allen. So ungewiss wie sich alles gerade anfühlt, dürfen wir nicht aufhören, an andere Zeiten zu glauben. Zeiten, in denen wir wieder gemeinsam auf dem Marktplatz sitzen und Kaffee schlürfen. Zeiten, in denen wir mit unserem Lieblingswein anstoßen, ganz ohne verwackeltes Standbild auf dem Handydisplay. Zeiten, in denen wir uns wieder in den Arm nehmen können und wieder feststellen, wie nervig wir alle doch sind. (Aber das ist egal, denn Dank Corona wissen wir, wie viel uns doch an unseren Freunden liegt!)

Also macht Pläne, habt auch jetzt Spaß zusammen und macht das Beste aus der Situation. Es war noch nie so leicht, unsere Mitmenschen zu schützen und die Welt ein kleines bisschen besser zu machen.


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